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Die Einfahrt nach Venedig gehört zu den schönsten Kreuzfahrtmomenten überhaupt - ein faszinierendes Erlebnis, oft zelebriert, manchmal auch ignoriert

 Die "ideale" Kreuzfahrtroute

Viele Schiffe – gleiche Route Was ist beim Vergleich zu beachten?

günstiger muss nicht gleich besser sein...meist lohnt es sich genauer hinzugucken
 

(Autorin & copyright Christine Starmann)

 
Das Angebot ist schier unüberblickbar riesig. Da viele Routen von verschiedenen Anbietern gefahren werden, schauen viele Kreuzfahrtgäste und solche, die es werden möchten, zuerst auf den Preis. Doch auch bei ähnlichen Routen und ebenso ähnlichem Bordangebot gibt es erhebliche Unterschiede.

 

 Neben der Entscheidung für das „richtige“ Schiff, stellt sich gerade Erstkreuzfahrern auch die Frage nach der Route bzw. beachtenswerten Faktoren, gerade, wenn man individuell Landausflüge planen möchte oder mit (kleinen) Kindern unterwegs ist. Genau hinschauen lohnt sich daher doppelt!

    1. Die Destinationen 

    Eigentlich selbstverständlich, sind sie doch die Ziele und ganz erheblich an der Attraktivität einer Route beteiligt. Ganz oben steht daher logischerweise also erstmal die Frage: Was möchte ich sehen - historische Stätten, Museen oder traumhafte Strände oder soll es lieber zum shopping gehen?

    Neben historischer Bedeutung und persönlichen Vorlieben gibt es aber noch ein paar ganz objektive Faktoren, die gerade für Erstkreuzfahrer interessant sein können. Daher sollte man vorher abklären, wie es um die Infrastruktur bestellt ist, ob z.B. öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen oder ob sich Autovermietungen in Hafennähe befinden. Gibt es beides nicht, können Landausflüge ein teures Vergnügen werden.

    Für Familien mit Babies und Kleinkindern könnte eine Route z.B. interessant sein, bei der viele Häfen mit guter Infrastruktur angefahren werden, falls man Babynahrung, Medikamente oder gar eine Kinderklinik benötigt. Im Mittelmeerraum ist das ebenso wie in Nordeuropa zumeist der Fall und auch die Kanaren bieten z.B. eine gute Infrastruktur bei ganzjährig klimatisch angenehmen Bedingungen, auf einer sogenannten "Blauen reise" entlang ebenso malerischer wie abgelegener kleiner Buchten in der der Türkei oder einer Kreuzfahrt Richtung Rotes Meer hingegen kann dies mitunter schwieriger werden.
     

      2. Die Liegezeiten

    Die Liegezeiten stehen in aller Regel schon im Katalog. Manchmal fallen diese jedoch gerade bei günstigen Angeboten relativ kurz aus, denn Hafenplätze sind teuer. So kann es vorkommen, dass die Gäste des einen Kreuzfahrt-Schiffs in Barcelona einen beneidenswerten Overnight Aufenthalt genießen, während den Passagieren eines anderen Anbieters gerade mal 6 Stunden für diese Weltmetropole zur Verfügung stehen.

    Zu kurze Liegezeiten führen oft dazu, dass man auf teure Ausflüge der Veranstalter angewiesen ist und schränken individuelle Touren erheblich ein. Denn verspätet man sich, so wartet das Schiff zwar auf die von der Reederei organisierten Ausflüge, auf individuelle Ausflügler wird jedoch meist keine Rücksicht genommen.
     MSC Splendida im Hafen Bild: Mit freundlicher Genehmigung MSC Kreuzfahrten 

      3. Der Liegeplatz

    Hier muss man manchmal schon etwas Detektivarbeit leisten. Ist es bei manchen Häfen schon offensichtlich, merkt man bei anderen erst relativ spät, dass man „ab vom Schuss“ liegt. So liegen die Kreuzfahrtschiffe mangels direktem Seehafen selbsverständlich nicht in Rom sondern in Civitavecchia, nicht in London sondern meistens in Dover oder Southampton. Auch Paris hat keinen Seehafen und wenn Paris als Hafen im Routenplan auftaucht, handelt es sich in aller Regel um Le Havre, einen wenig anheimelnden Industriehafen, ca 180km von Paris entfernt...

    Auch, wenn ein Schiff statt in Barcelona in Palamos anlegt, kann ein Landausflug in die katalanische Stadt teuer werden. In Amsterdam liegen die Schiff meist zentrumsnah am Kreuzfahrtterminal, so dass man zu Fuß in 15 min. in der Stadt wäre  - allerdings gibt es leider auch einige Anbieter, die mit "Amsterdam" in ihrem Routenplan eigentlich Ijmuiden meinen, was nicht immer sofort ersichtlich ist.  Zum einen ist Ijmuiden so weit vom Amsterdamer Zentrum  entfernt, dass man zwangsläufig einen (kostenpflichtigen) Shuttlebuss nutzen muss - zum anderen entgeht den Kreuzfahrtgästen hier die spannende Einfahrt nach Amsterdam durch die Schleuse.  Augen auf!
     

    1. Tenderhäfen             

    Bei wenig Seegang geht es meist schnell - bei widrigen wetterverhältnissen dauert es oft länger: TENDERNWenn getendert wird, liegt das Schiff nicht in einem Hafen sondern auf See in Landnähe vor Anker.

    Aufpassen sollten insbesondere Seegang-empfindliche und gehbehinderte Personen, wenn hinter dem im Routenplan genannten Hafen ein kleiner Anker als Symbol auftaucht oder das Wort „Tenderhafen“. Dies bedeutet, dass in dem betreffenden Hafen nicht direkt an der Hafenmauer angelegt werden kann und ein direktes Verlassen des Schiffs möglich ist. Stattdessen wird hier getendert. Daher wird in kleinere „Tenderboote“, manchmal auch Zodiacs (Schlauchboote) umgestiegen. Viele Kreuzfahrer lieben das tendern (unsere Kinder besonders). Allerdings kann das umsteigen sehr zeitaufwändig sein, da immer ein Schiff nach dem nächsten abfährt und immer nur eine begrenzte Anzahl von Passagieren befördert werden kann. Bei einigen Kreuzfahrtunternehmen erhält man Nummern mit dem persönlichen Tenderboot und weiß so, wann man dran ist, bei anderen heißt es schlicht „Schlange stehen“.

    Personen mit Geh-Behinderungen erhalten Hilfe beim umsteigen und dürfen meist als erstes von Bord. Dennoch können sich solche Häfen als problematisch erweisen, z.B. wenn stärkerer Seegang herrscht.

      5. Seetage
       

    Der eine liebt sie, der andere hasst sie. Hier kommt es natürlich auf eigene Prioritäten und nicht zuletzt Seefestigkeit an und bei einigen Routen lassen sie sich ohnehin nicht vermeiden. Schauen Sie trotzdem hin - viele Seetage am Stück oder ein angenehmer Wechsel von See- und Landtagen?

    Die klassischen einwöchigen Routen im Mittelmeer bieten zumindest einen Seetag. An diesem findet u.a. oft die Seenotrettungsübung statt. Langeweile braucht man nicht zu befürchten: Das Bordprogramm ist an diesen Tagen besonders umfangreich, außerdem hat man so Gelegenheit, das Schiff in aller Ruhe zu erkunden.

    Manchmal stolpert man jedoch auch auf besonders günstige Angebote, wie z.B.jüngst das zu einer Jungfernfahrt rund um Westeuropa – trotz zahlreicher spektakulärer Häfen entlang der Strecke, bringt es diese Route auf sagenhafte 5 Seetage und nur einen halbtägigen Hafen-Stopp vor dem Ziel. Solche Routen sind in erster Linie dazu geeignet, das Schiff selbst zu genießen. Auf längeren Routen kommt man um mehrere Seetage, manchmal auch am Stück nicht herum. Doch gibt es selbst bei Transatlantik-Überquerungen enorme Unterschiede, was zwischenzeitliche Hafentage betrifft. Hier sollte man nicht nur auf den Preis schauen, sondern wirklich die Routen intensiv vergleichen.

    Die Ostküsten-Tour eines deutschen Anbieters bietet so z.B. zahlreiche attraktive Häfen entlang der amerikanischen Ostküste bis nach Florida an, während ein US-amerikanischer Anbieter fast zeitgleich ebenfalls von New York nach Miami zu einem zwar deutlich günstigeren Preis fährt, zwischendurch aber nur einen 2 tägigen Stopp bei den Bermudas einlegt.

     

    1. Der Basishafen – oder wie komme ich auf mein Schiff?

     

    Last but not least ist auch immer wieder der sogenannte Basishafen ein wichtiger Faktor bei der Auswahl der „richtigen“ Route. Selbst bei einer Standardroute wie im westlichen Mittelmeer mit mehr oder minder gleichen Häfen, kann die Wahl des richtigen Basishafens einen enormen Preisvorteil ausmachen.

    So sind z.B. Genua und Livorno auch mit dem eigenen PKW über`s Festland ohne Flug zu erreichen, was nicht unbedingt immer günstiger aber gerade für Familien mit mehreren Kindern oder Personen mit Flugangst einen Vorteil darstellen kann.

    Barcelona und Mallorca werden ganzjährig von vielen Fluggesellschaften angeflogen. Dagegen kann es bei Malta oder Malaga schon schwieriger werden, einen günstigeren individuellen Flug zu erhaschen. Insbesondere im Winter sollte man zudem bei individuellen Anreisen lieber einen großzügigeren zeitlichen Puffer zwischen Ankunft und Ablegen des Schiffs einplanen, am besten einen ganzen Tag.

    Tipp: Für Familien mit größeren Kindern, die bei den Fluggesellschaften als Vollzahler gelten, ist oftmals die Buchung des pauschalen Anreisepakets inkl. Transfer günstiger!

    In Foren, wie z.B. hier kann man alle Fragen zur Route loswerden und bekommt zahlreiche Tipp und Hinweise auch bzgl. individueller Landausflüge, Liegeplätze etc. Dumme Fragen? Gibt es nicht!

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