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Wie beugt man einer Thrombose auf Langstreckenflügen am besten vor? 

so wäre es natürlich am bequemsten, aber tatsächlich sitzt man in der Touristenklasse deutlich enger - eines der Risiken einer Thrombose für Erwachsene Bild: copyright by Fotolia.de

(copyright Dr.P.Starmann/C.Starmann)

Im Herbst/Winter entfliehen viele von uns gerne dem Schmuddelwetter. Karibik-Kreuzfahrten oder Kreuzfahrten durch den arabischen Golf sind wahre Traumziele. Die Kreuzfahrt Basishäfen liegen aber nunmal weit entfernt und so kommt man um manchen Langstreckenflug nicht herum. Speziell Personen, die z.B. aufgrund kurz voher stattgefundener Operationen oder der Einnahme hormoneller Präparate ein erhöhtes Thromboserisiko haben, sollten vorbeugen und während langer Flüge einige Dinge beachten. Dies gilt z.B. auch für Schwangere oder junge Mütter.

(siehe Checkliste unten)

Vom Touristenklasse-Syndrom haben viele schonmal gehört, aber warum heißt das so und worin liegt das Risiko?

Zuerst: Eine Definition des Begriffs Thrombose

Jeder kennt es: man pickst sich, das Blut gerinnt und innerhalb relativ kurzer Zeit wird die Wunde vom Körper selbst verschlossen. Dieser Vorgang der Blutgerinnung ist lebensichtig (sonst würde man bei kleinsten Wunden verbluten), sollte aber eben nur außerhalb des Körpers passieren.

Passiert dieses aber innerhalb des Körpers, so nennt man das Thrombose. Je nach Größe des Gerinnsels kann dieses die Blutgefäße verstopfen. Meist geschieht dieses zunächst in den Beinen und wird oft nicht bemerkt. Gefährlich wird es allerdings dann, wenn sich ein solches Gerinnsel ("Propf") löst und durch die Blutgefäße z.B. die Lunge wandert und dort zu einer Durchblutungsstörung führt - die Folge kann eine Lungenembolie sein.

Das Risiko ist allerdings nicht für alle Menschen gleich. Raucher, Übergewichtige, frisch operierte Personen und Frauen, die die Pille einnehmen, haben z.B. ein erhöhtes Risiko von einer Thrombose betroffen zu werden.

Warum gibt es beim Fliegen ein besonderes Risiko?

Es gibt gleich mehrere Faktoren, die das Entstehen einer Thrombose auf Langstreckenflügen begünstigen.

Da ist zum einen die geringe Luftfeuchtigkeit in der Flugzeugkabine. Sie trocknet unmerklich unseren Körper aus, wir verlieren Flüssigkeit, das Blut wird dickflüssiger.

Vielleicht ist es dem ein oder anderen schonmal aufgefallen: Nach einem längeren Flug sind Füße und Finger oft angeschwollen. Woran liegt das? Der Luftdruck in der Kabine ist deutlich geringer als am Boden. Daher dehnen sich die Gefäße aus. Die gleiche Menge Blut in unserem Körper fließt also durch weitere Gefäße und somit wird der Blutfluss langsamer.

Je langsamer das Blut fließt, desto größer ist das Risiko für Gerinnsel.

Dazu kommt dann noch die Kombination aus langem sitzen in eingeengter Haltung, dadurch wird die Zirkulation erheblich eingeschränkt.

All diese Faktoren begünstigen eine Thrombose, aber es gibt einige Möglichkeiten der Vorbeugung/Prophylaxe, die insbesondere aber nicht nur von Risikopatienten (s.o.)  beachtet werden sollten:

Checkliste:

Man kannt schon vor dem Flug einiges unternehmen:

  • Gangplatz reservieren, damit man zwischendurch öfter aufstehen kann

  • weite, bequeme Kleidung zum Flug tragen ( damit die Zirkulation des Blutkreislaufs nicht unnötig eingeengt wird, insbesondere keine Hosen mit zu engem Bund tragen ) und Socken als "Hausschuhe" für die Flugreise mitnehmen, ist ohnehin bequemer.

  • ggfs. ein paar Stützstrümpfe tragen. Es verschiedene Kompressionsklassen. Ohne besondere Risikofaktoren wie z.B. Herzschwäche, Thromboseneigung, Schwangerschaft etc, reichen eigentlich auch ein paar normale "Reisestrümpfe" die es im Fachhandel für Frauen und Männer gibt ( z.B. von Falke mit Lufthansa Symbol drauf ). Sind bereits ein oder mehrere   Risikofaktoren bekannt, sollte man sich vor Abreise Stützstrümpfe ( Kompressionsstrümpfe ) vom Arzt verschreiben lassen - diese werden dann extra angepasst und erzielen eine besonders gute Kompressionswirkung. So wird einer Verlangsamung des Blutflusses und damit einer möglichen Ablagerung vorgebeugt.

  • Während des Fluges bieten sich die Übungen an, die meistens bei Langstreckenflügen  manchmal auch im Bord-TV gezeigt werden ( mit den Füssen tippeln, abwechselnd anziehen, strecken, Zehen wackeln etc )

  • viel trinken ( möglichst Wasser, keinen Alkohol, der weitet die Gefässe nämlich noch mehr und genau darin besteht das Risiko, denn aufgrund des niedrigen Luftdrucks im Flugzeug weiten sich die Gefässe aus !!!) statt auf einmal viel zu trinken, ist es besser in regelmäßigen Abständen jeweils mind. 1 Glas bzw. Becher Wasser zu trinken )

  • möglichst keine Medikamente zur Beruhigung (z.B. Diazepam, Schlafmittel etc ) nehmen - diese fördern die Erweiterung der Gefäße zusätzlich.

  • regelmäßiges Umhergehen / Aufstehen 

Übrigens macht es z.B. aber nicht nur als Risikopatient durchaus Sinn, auch noch ein bis zwei Tage NACH (!) dem Flug Kompressionsstrümpfe zu tragen, denn die meisten Thrombosen bzw. daraus resultierende Embolien enstehen kurz nach der Reise. Auch für Personen ohne bekanntes Risiko sind Kompressionsstrümpfe zumindest nicht nachteilig.

Falls der Arzt aufgrund bestehender Erkrankungen  Heparin/Gerinnungshemmer verordnet:  Heparinspritzen kann man sich selbst in den Bauch geben (brennt manchmal ein wenig) - es gibt spezielle Produkte ( Fertigspritzen ), die vom Arzt verordnet werden müssen und nur nach dessen Anweisung zu verabreichen sind. (Anwendung bitte nur nach ärztlicher Empfehlung!)

Der Einsatz dieser Produkte muss aber sorgfältig abgewogen werden, denn bestimmte Patienten (z.B. Menschen, die bereits  aufgrund einer Herzerkrankung gerinnungshemmende Medikamente  einnehmen) müssen die Blutgerinnung sehr engmaschig kontrollieren, damit es nicht zu Blutungen kommt. Darüber berät der jeweils behandelnde Arzt ohnehin am besten. 

 

 
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