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Kreuzfahrt mit AIDA: Hier ist das Lächeln zu Hause.

Schülerreporter unterwegs: AIDAdiva – Ein Blick hinter die Kulissen eines AIDA Kreuzfahrtschiffes

Artikel erschienen  in der "Glocke" im Rahmen des Projekts "Zeitung in der Grundschule"

 Von Frederic-Alexander Starmann

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„3 Tonnen Ananas in sieben Tagen….“

 

 copyright by Familie Starmann / kidsoncruise

 Zeitung in der Grundschule - Kinder machen Zeitung - Schülerreporter unterwegs

Vom 22.3.-29.3.08 war ich mit meiner Familie  auf der AIDAdiva zwischen den kanarischen Inseln unterwegs. Wir haben schon einige Kreuzfahrten gemacht und ich wollte schon immer wissen, was so hinter den Kulissen passiert und wer wo arbeitet.

Ausgestattet mit dem tollen Schülerreporter-Presseausweis der „Glocke“ fragten wir vor der Reise bei der Presseabteilung höflich an, ob es möglich sei, einen Bericht über die AIDAdiva zu schreiben. Ich bekam dann eine  nette Mail von Frau Kathrin Heidtmann, der Leiterin der Pressestelle, die den Entertainment-Manager an Bord bereits über meine Interview-Anfrage informiert hatte.  Somit stand dem „Blick hinter die Kulissen“ nichts mehr im Weg.

Auf dieser Reise durfte ich mit dem AIDA Entertainment-Manager,  dem AIDA Kapitän und dem Proviantmeister des Schiffes Interviews  führen und einen Blick hinter die Kulissen des tollen Schiffs  werfen und sehen, was alles so nötig ist, damit  über 2000 Gäste einen tollen Urlaub haben. Mit meinem neuen Diktiergerät habe ich alles aufgenommen, damit ich auch nichts vergesse. Ich war ganz schön nervös.

 

Blick von unserem Balkon Kabine 5136 AIDAdiva copyright by Familie Starmann / kidsoncruise

 

 

Die AIDAdiva ist das erste Kreuzfahrt-Schiff der neuen  Baureihe “Sphinx“ der AIDA-Flotte, zu der zur Zeit insgesamt 5 Schiffe gehören und in den nächsten Jahren werden noch weitere Schiffe gebaut.

Auf dem Schiff finden je nach Belegung weit über 2000 Passagiere in 1015 Kabinen Platz und ca. 640 Besatzungsmitglieder aus manchmal bis zu 19 Nationen kümmern sich um die Gäste.

Helmut Hertel „Helli“ ist der Entertainment-Manager an Bord. Er ist also für das Entertainment, die Unterhaltung an Bord zuständig, dazu gehören Events, Parties und natürlich die Animation und teilweise das Show-Programm.

Er begrüßte mich an Bord und ging mit mir und meinen Eltern auf eine mehrstündige Erkundungstour durch den riesigen Crew-Bereich des AIDA Traumschiffes, der sonst den Gästen verborgen bleibt.

 

In diesem Labyrinth aus Gängen und Treppen kann man sich ganz schön schnell verlaufen, aber Helli hatte die Orientierung.

Da die Gäste auf den oberen Decks wohnen und die Besatzung ihre Kabinen auf den unteren Decks hat, bekommt man als Gast eigentlich gar nicht mit, was so alles im Hintergrund passiert.

Die Crewmitglieder bleiben je nach Bereich zwischen 3 und 10 Monaten am Stück an Bord der AIDA und haben ein eigenes Restaurant, die Crew Messe, in der für die verschiedenen Nationen an Bord auch jeweils spezielles Essen zubereitet wird.

 

Zuerst trafen wir uns mit Kai Wiehle, dem 1.Provision Master, welcher für das Proviant verantwortlich ist. Von ihm wurden uns die Lagerräume gezeigt. Es gibt hier 10 riesige Kühlräume, die zum Teil bis minus 24Grad kalt sind – „bibber“ – das war ganz schön kalt – erst recht, wenn draußen warme 20 Grad sind.

„Gebunkert“, so heißt es, wenn ein Schiff neues Proviant an Bord nimmt, wird auf der Kanaren-Tour auf Gran Canaria.

 

 copyright by Familie Starmann / kidsoncruise

 

 

Die meisten Lebensmittel kommen in riesigen Containern aus Deutschland und werden erst von Hamburg nach Gran Canaria gebracht, aber manchmal wird insbesondere von den Köchen des AIDA Restaurants „Rossini“ an Bord, auch direkt in den jeweiligen Häfen eingekauft, z.B. bestimmte Spezialitäten, die es dann abends im Restaurant gibt.

Die Getränke an Bord werden in gigantischen 500l – 1200l Tanks gelagert und gekühlt und in Leitungen direkt in die 7 verschiedenen Restaurants und 11 Bars geleitet.

Allein auf unserer Reise wurden  7,7 t Fleisch, 4,8 t Fisch, 10,1 t Gemüse, 11t Obst ( davon allein 3t Ananas ), 38220 Eier, 2500 Liter Eiscreme, 2800 Liter Bier, 3240 Liter Rotwein und 3615 Liter Weißwein verbraucht. Ganz schön viel – oder ?!

 

 

In diesen Tanks werden Getränke gelagert und nach oben in die Restaurants gepumpt Bild:  copyright by Familie Starmann / kidsoncruise

Und was passiert eigentlich mit den ganzen Abfällen? Auch das wurde uns gezeigt! Die AIDAdiva hat nämlich ein eigenes Müllverbrennungs – und Recycling System an Bord.

 

 

Der anfallende Müll wird getrennt, getrocknet und gepresst und entweder direkt verbrannt oder im nächsten Hafen entsorgt. Im Meer landet außerhalb der 12 Meilenzone nur selten Brot und unbehandelte Lebensmittel als Fischfutter und auch nur dann, wenn das Schiff sehr weit weg ist vom nächsten Hafen, mindestens 12 Meilen.

Auf Umweltschutz wird viel Wert gelegt und deshalb gibt es sogar einen extra Umwelt-Offizier.

 

Natürlich gibt es auch eine eigene Wäscherei an Bord. Hier arbeiten, wie auf fast allen Kreuzfahrtschiffen auf der ganzen Welt, zum größten Teil Chinesen. Das ist wohl Tradition.

In der Wäscherei hier ist alles viel größer als zuhause – die Waschmaschinen und Trockner sind so groß wie mein Vater.

Aber am meisten hat meiner Mutter die Bügelmaschine gefallen – hier kommen die gewaschenen Handtücher und die Bettwäsche vorne knautschig rein und hinten glatt und sogar schon gefaltet wieder heraus – leider passt sie nicht in unser Haus.

Nur die Bademäntel müssen noch von Hand gefaltet werden.

 

Neben der Wäscherei ist auch die Änderungs-Schneiderei und Garderobe für die neuen Crew-Mitglieder, die hier ihre neue Uniform erhalten.

 

Als nächstes schauten wir mal hinter die Kulissen des Theatriums. Das Theatrium ist einmalig auf einem Schiff , das gibt es nur bei AIDA – es ist genau im Zentrum des Schiffes und geht über drei Etagen. Hier finden den ganzen Tag über tolle Shows, Musicals und akrobatische Vorführungen statt und jede Woche auch einmal eine Kunstauktion, denn es gibt an Bord sogar eine eigene Galerie mit Werken von James Rizzi, Feliks Büttner ( der Künstler, der den AIDA-Kussmund am Bug des Schiffes entworfen hat ) und vielen anderen bekannten Künstlern.

Hinter bzw. unter der Bühne des Theatriums befinden sich die Garderobe des Show-Ensembles und die ganze Technik. Die Bühne kann in mehreren Teilen rauf und runter gefahren werden und ich durfte mal dort stehen, wo sonst nur die Künstler aus dem Boden auftauchen.

Da wir auf das Gespräch mit dem Kapitän noch etwas warten mussten, lud uns Helmut Hertel noch auf ein Getränk an der Bar ein und erzählte uns von einigen Erlebnissen an Bord, so wurde z.B. ein Kollege von ihm mal gefragt, ob die Crew überhaupt auch an Bord schläft – wir wissen ja jetzt wo und dass keiner hinterher schwimmen muss !

 

Den Kapitän eines so gossen Schiffes persönlich kennen zu lernen, ist etwas ganz besonderes, denn der ist ja meistens auf der Brücke und er hat auch seine Kabine direkt neben seinem Arbeitsplatz, damit er immer schnell zur Stelle ist.

Daher habe ich mich sehr gefreut, dass sich Kapitän Przemyslaw Kurc soviel Zeit für mich genommen hat.

 

von links Helmut Hertel "Heli" , Frederic Starmann, Kapitän Kurc  copyright by Familie Starmann / kidsoncruise

Zuerst wollte ich natürlich wissen, wie man überhaupt Kapitän eines so großen Schiffes wird.

Die Ausbildung dauert sehr lange und es braucht schon eine Menge Erfahrung, bis man überhaupt für ein Kreuzfahrtschiff mit so vielen Passagieren an Bord verantwortlich ist.

Zuerst muss man 2 Jahre studieren und muss dann erstmal eine ganze Zeit Erfahrungen sammeln als 3., 2. und schliesslich 1.Offizier ( so ähnlich wie ein Co-Pilot auf einem Flugzeug). Die Schiffe werden dann immer größer und man muss erst einige Jahre große Containerschiffe fahren bis man die Verantwortung für ein so teures Kreuzfahrtschiff wie die AIDAdiva mit vielen Menschen an Bord übertragen bekommen kann. Verständlich, denn die diva hat zum Beispiel 315 Millionen Euro gekostet, erfuhr ich.

Kapitän Kurc fährt seit 31 Jahren zur See und seit 6 Jahren ist er Kapitän auf den AIDA-Schiffen, somit hat er viel Erfahrung und bringt seine Passagiere sicher von einem Hafen zum nächsten. Auch wenn sein persönlicher Lieblingshafen, wie er lächelnd sagt, seine Heimatstadt München ist. Aber die AIDA Diva ist nun mal zu groß für die Isar.

Gefragt nach seinem Lieblingsplatz an Bord, erwidert er „Cafe Seeblick“ – das ist keine der 7 Bars an Bord, sondern sein Name für die Brücke – aber eine Kaffeemaschine gibt es dort auch !

Das Cafe Seeblick, die Brücke, ist 24 Stunden am Tag geöffnet bzw. besetzt. Im Wechsel halten hier die nautischen Offiziere jeweils 4 Stunden konzentriert Wache und haben dann 8 Stunden frei und dann wieder 4 Stunden Wache.

Ebenfalls zur Brückenbesatzung zählen unter anderem Safety-Offiziere ( für die Sicherheit zuständig ), der Schlüsseloffizier ( es gibt tausende Schlüssel, über die er wacht ), Wach-Offiziere und auch u.a. 2 Matrosen, die verantwortlich sind für so genannte Feuerrunden an Bord, denn Feuer ist eine der größten Gefahren an Bord.

Die Wachoffiziere dürfen auf offener See das Schiff lenken.

Aber das Ein- und Auslaufen und Anlegen in den jeweiligen Häfen bleibt die Aufgabe des Kapitäns, denn es ist das schwierigste Manöver.

Da die AIDAdiva zum Beispiel 9100qm seitliche Angriffsfläche bietet, muss man schon sehr viel Sicherheit und Routine haben, um auch bei stärkerem Wind sicher anzulegen und Kapitän Kurc hatte glücklicherweise auch noch nie einen Unfall mit seinem Schiff.

Der Bremsweg eines solch großen Schiffes beträgt übrigens einen ganzen Kilometer!

Auch auf unserer Reise hat uns Kapitän Kurc wieder sicher von einem Hafen zum nächsten gebracht und sogar einmal mit seinem Schiff eine Schleife gedreht und ist sogar ein Stück zurück gefahren, als auf Madeira eine junge Frau das Schiff verpasst hat, obwohl normalerweise das Schiff wegen der fest geplanten Liegezeiten und Fahrtzeiten nicht warten kann, denn schließlich muss man am nächsten Tag ja wieder pünktlich im nächsten Hafen sein. Die junge Frau kam dann mit dem Lotsenboot an Bord. Aber wir sind trotz Ehrenrunde pünktlich am nächsten Morgen auf La Palma angekommen.

 

 

Spiderman auf dem Aida Obst-Buffet

( Dekoration beim Essen )

 

Eine neue Route zu planen ist laut Kapitän Kurc sehr langwierig. Es dauert bis zu 2 Jahre bis eine neue Route komplett vorbereitet ist, denn Liegeplätze in den Häfen müssen lange im voraus gebucht werden und man muss die Strecken auch so planen, dass man ja auch tagsüber in den Häfen liegt und nachts fährt und nicht umgekehrt, denn sonst könnte man sich an den Zielen ja nichts angucken.

Ich habe auf dieser Reise wirklich viel erfahren - obwohl ich schon öfter auf den Schiffen war, gab es ganz viele Dinge, die ich nicht wusste und ich bedanke mich nochmals bei den Crewmitgliedern, die mir diesen tollen Tag ermöglicht haben und mir soviel gezeigt haben!

Das war das spannendste Ferienerlebnis !

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