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Kreuzfahrten mit wenig Seegang

 Ententeich oder Sturmfahrt?

 

Welche Kreuzfahrt-Routen haben wenig Seegang? Auf welchen Kreuzfahrten wird man am wenigsten seekrank?Viele Erstkreuzfahrern aber ebenso auch Kreuzfahrt-erfahrene jedoch von Seekrankheit betroffene Personen stellen sich diese Frage nach Seegang.

Kreuzfahrtschiffe fahren zwar zu bestimmten Jahreszeiten bevorzugt in Gebiete mit dann erfahrungsgemäß relativ guten Wetterverhältnissen.

 Nordland- / Nordeuropa und Ostseerouten werden vorwiegend im Sommer von Kreuzfahrtschiffen befahren und im Winter befährt man eher südliche Gebiete, wo es auch noch schön warm ist, wie z.B. das südliche  Mittelmeer, die Kanaren, das rote Meer oder die Karibik.  Jedoch gibt es mit der steigenden Anzahl von Kreuzfahrtschiffen auch immer mehr Routen, die auch ganzjährig gefahren werden. So wird auch die Karibik inwzischen von europäischen Kreuzfahrtschiffen durchaus zur Hurrikan-Saison im Sommer befahren und die Nordsee im tiefsten Winter.

Wie entsteht überhaupt Seegang?

Ein bildhaftes Beispiel aus dem Alltag: Damit im Wasser eine Welle entsteht, muss  zunächst erst einmal eine Energieübertragung stattfinden. Jeder, der schon einmal einen Stein auf eine ruhige Wasserfläche geworfen hat oder aus der Badewanne aufgestanden ist, kennt diesen Vorgang. Die Krafteinwirkung des Steins ist dabei die anfänglich auslenkende Kraft, die das Wasser in die Höhe schiebt. Die Erdanziehungskraft zieht es nun aber wieder zurück. Wie bei einem Federpendel schwingt das Wasser jetzt hin und her. Dabei entsteht eine Wellenbewegung. Die Auslenkung nach oben ist der Wellenberg und dessen höchster Punkt der Wellenkamm. Die Auslenkung nach unten ist das Wellental. Der Abstand von Berg zu Tal wird als Wellenhöhe bezeichnet und der Abstand von Wellenkamm zu Wellenkamm als Wellenlänge." (Eine genauere Informationstabelle zum Verhältnis Seegang und Windstärken findet Ihr auch hier:  Seegang und Windstärke - Welche Stärke bedeutet was? Eine Übersicht )

Auf das Wasser wirken jedoch gleich mehrere verschiedene Kräfte ein. Die Windenergie ist für den Seegang verantwortlich und kann Wellenhöhen von bis zu 35 Metern bei Windstärke zwölf erzeugen. Bei einem Orkan sind die Wellen dann bis zu 350 Metern lang. Für die Gezeitenwellen bei Ebbe und Flut sind die Anziehungskräfte des Mondes und - in einem geringeren Maße - auch die der Sonne verantwortlich. Auch die sogenannte Fliehkraft der Erde, die entsteht, wenn sich Erde und Mond um ihren Schwerpunkt drehen, hat einen Einfluss darauf. Der Tidenhub, das ist die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser, kann je nach Form des Meeresbeckens sogar bis zu zehn Meter betragen. Diese Wellen sind dann mehrere Hundert Kilometer lang. In Binnenmeeren wie dem Mittelmeer oder der Ostsee ist der Unterschied zwischen Ebbe und Flut kaum wahrnehmbar, er beträgt zwischen fünf und 30 Zentimetern.

Das alles spielt mit hinein, wenn wir über Seegang reden - und bei so vielen Faktoren wird schnell klar:  

Eine Garantie gibt es nie - das Wetter macht, was es will und so 100%ig voraussagen lässt es sich auf Monate hinweg leider nicht! Aber zumindest Erfahrungswerte und Statistiken können wir an dieser Stelle wider geben:

Orient oder Ostsee? Alaska oder Rotes Meer?

Der Spruch Nordsee = Mordsee kommt zwar nicht von ungefähr, tatsächlich aber ist sie besser als ihr Ruf. 

Eine ziemlich hohe "Ententeich-Wahrscheinlichkeit" hat man auf der Dubai-Route / Orient - hier gibt es meist nur leichten Seegang. Gleiches gilt für das Rote Meer.

Auch in der Ostsee kann es zwar mal kräftigeren Seegang geben - aber was die meisten Menschen am ehesten als unangenehm empfinden, ist die sogenannte Dünung - diese existiert in der Ostsee im Prinzip gar nicht - warum das so ist, ist hier im Folgenden recht verständlich erklärt: 

Seegang entsteht durch die Schubspannung zwischen (bewegter) Luft und Wasser, wenn Wind über die Wasseroberfläche streicht. Die Stärke des Seegangs (die Höhe der Wellen) ist abhängig von der Dauer der Windeinwirkung, von der Windstärke (Geschwindigkeit) und von der Länge der Wind-Wirkstrecke (Fetchlänge).

Physikalisch bedingt gibt es abhängig von der herrschenden Wassertiefe einen maximal möglichen Seegang. Wirken die Windkräfte darüber hinaus, werden die Wellen nicht mehr höher und es kommt zur Energieumwandlung durch Brechen der Wellen. 

Es herrschen in der Ostsee zeitlich begrenzte Sturmwetterlagen, meist mit begrenzten Windfeldern über Bereichen der Ostsee. Kennzeichnend ist der verhältnismäßig kurzwellige Seegang mit Wellenperioden um 5s oder Wellenlängen bis etwa 80m. Da die Ostsee ein nahezu geschlossenes Randmeer ist, gibt es keine Dünungswellen mit wesentlich größeren Wellenlängen bzw. –perioden.

Quelle: Schleswig-Holstein.de - Küstenschutz/Seegang

Mehr Infos zum Thema Seegang auch hier: Seegang & Windstärke

Tipps gegen Seekrankheit hier: Seekrankheit

Adria-Kreuzfahrten ab Venedig oder lieber Kanaren? 


Erfahrungsgemäß ist es im östlichen Mittelmeer, was den Seegang betrifft, ruhiger als im westlichen. Eine für Kreuzfahrtanfänger und Seegangs-empfindliche Personen durchaus empfehlenswerte Route ist die Adria ab Venedig oder Triest im Sommer. Zwar kann es auch hier durchaus mal stürmisch werden, aber die Wellen erreichen üblicherweise nicht die Höhe wie teils auf den beliebtesten Routen im westlichen Mittelmeer.

Unangenehm kann es selbst auch im schönsten Sommer auf Routen rund um Korsika /Elba / Sardinien werden - speziell vor der französischen Küste wird es gerne mal ruppig - aber all das kann, muss nicht sein.

Eine höhere Wahrscheinlichkeit für Seegang gibt es auch auf  den - ansonsten auch durchaus für Familien mit Kindern empfehlenswerten - Kanarenrouten in Kombination mit Madeira oder Nordafrika/Marokko - auf diesen längeren Teilstücken nach Madeira oder Marokko wird es gerne mal schaukelig.

Nordamerika, Karibik oder Alaska?

So kann man durchaus auch im Sommer/Frühherbst die Kreuzfahrtroute New York- Bahamas und retour fahren und hat von Seegang keine Spur, wie in diesem Herbst - nur eine Woche später und man wäre wegen Hurrikan "Gonzales" umgeroutet worden.

Generell/statistisch ist es auf der Pazifikseite Nordamerikas unruhiger als auf der Atlantikseite.  

Grundsätzlich ist es in der Tat zudem so, dass im Gegensatz zur US-Ostküste Hurrikans nicht solche starken Auswirkungen auf die Kontinental-USA an der Pazifikküste haben. Speziell im Nordosten des Pazifiks sorgt das kühle Wasser schon dafür, dass Hurrikans an Fahrt verlieren. - das bedeutet jedoch leider  NICHT (!), dass es dort immer nur ruhig wäre.

TIPP für Alaska Kreuzfahrten und Seegang: Wenn Ihr betroffen von Seekrankheit seid bzw. empfindlich auf stärkeren Seegang reagiert aber gerne eine sogenannte "Inside-Passage" / Kreuzfahrt nach Alaska fahren möchtet, dann startet vorzugsweise von Vancouver aus, ab dort ist die See erfahrungsgemäß ruhiger - hier ist das Meer einfach geschützter und es gibt weniger Seegang.

Abzuraten bzw. weniger empfehlenswert für Seegangs-empfindliche Personen ist dagegen eine Kreuzfahrt ab Seattle - hier fahrt Ihr (bei einem Roundtrip) meist 2 volle Tage auf dem offenen Pazifik - das kann ordentlich Seegang geben! Allerdings, ist auch das auch nie eine Garantie - Ihr könnt Ententeich haben oder meterhohe Wellen... verbindlich sagen lässt sich das wie immer und überall natürlich nie... Deshalb findet Ihr zahlreiche Tipps und Erfahrungswerte auch in unserem Forum: Diskutiert mit! Welche Routen waren eher ruhig, auf welchen hattet Ihr starken Seegang?

Einige hilfreiche Links zum Thema Seegang / Vorhersage:

Mehr Infos zum Thema Seegang auch hier: Seegang & Windstärke

Tipps gegen Seekrankheit hier: 
Seekrankheit

Hurrikan-Vorhersage USA - Atantikküste/ Karibik und Pazifikküste / Hawaii

Deutscher Seewetterdienst / Wellenhöhen

 

 

 

Seegang, Seewetter, Seekrankheit - Welche Kreuzfahrtrouten sind eher geeignet für Seegangs-empfindliche Personen, die zu Seekrankheit neigen?

 

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